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Retrospektive Evaluierung des COP-NLR Scores auf seine Eignung als prognostischer und prädiktiver Biomarker bei Patientinnen und Patienten mit Nierenzellkarzinom unter palliativer Erstlinientherapie mit Immun-Checkpoint Inhibitoren.

  • Patrick Alois Trink

Student thesis: Diploma thesis

Abstract

Hintergrund Das Nierenzellkarzinom ist weltweit das sechst-häufigste Karzinom bei Männern und das zehnt häufigste bei Frauen. In den vergangenen Jahren gab es stetige Fortschritte in der Behandlung des Nierenzellkarzinoms, zuletzt fanden die Checkpoint-Inhibitoren ihren Durchbruch in der Behandlung von zahlreichen Krebsarten, so auch dem Nierenzellkarzinom. Abseits der im Zeitalter der Tyrosinkinaseinhibitoren etablierten IMDC-Klassifikation (Motzer-Kriterien), gibt es aktuell keine relevanten und klinisch etablierten prognostischen sowie prädiktiven Biomarker. Der sogenannte COP-NLR Score wurde bisher nur im Zeitalter der Tyrosinkinaseinhibitoren untersucht. Ziel dieser Arbeit ist es, den COP-NLR Score auf seine Eignung als prognostischer und prädiktiver Biomarker bei Patientinnen und Patienten und palliativer Checkpoint-Inhibitor Therapie zu untersuchen. Methoden In dieser retrospektiven Single-Center Studie wurden 51 Patient*innen mit histologisch verifiziertem Nierenzellkarzinom, welche zwischen März 2019 und Dezember 2021 eine palliative Erstlinientherapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren an der klinischen Abteilung für Onkologie der Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, erhielten, eingeschlossen. Der COP-NLR Score wurde anhand der Messungen von Thrombozyten sowie der Neutrophilen/Lymphozyten-Ratio (NLR) vor Therapiestart berechnet. Jeweils ein Punkt wurde bei erhöhten Thrombozytenwerten (>310.000/µL) oder einer erhöhten NLR (>3,5) vergeben. Anhand der Summer der vergebenen Punkte wurden die Patient*innen in 3 Gruppen zu jeweils 0, 1 oder 2 Punkten eingeteilt. In einem modifizierten COP-NLR (m-COP-NLR) wurde zusätzlich für erhöhte C-reaktives-Protein-Werte (CRP) ein Punkt vergeben. Als primärer Endpunkt wurde das Gesamtüberleben (OS) angenommen, sekundäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben (PFS) und die objektive Response Rate (ORR). Entsprechend wurden Kaplan-Meier Analysen, uni- und multivariable Cox-Proportional Hazard Modelle sowie uni- und multivariable logistische Regressionen implementiert. Resultate Patient*Innen mit einem COP-NLR von 0 Punkten wiesen ein signifikant längeres medianes 3-Jahres-OS (Median nicht erreicht; NR) als Patient*Innen mit einem (30,8 Monate) oder zwei Punkten (18,9 Monate) auf. Der COP-NLR Score erwies sich in uni- und multivariablen Cox-Regressionsanalysen als unabhängiger prognostischer Biomarker bezogen auf das OS. Durch die Modifikation des Scores unter Einbeziehung des CRPs vor Therapiestart (= m-COP-NLR) konnte eine Verbesserung des Modells erreicht werden (C-Index 0,7274 vs. 0,7596). Sowohl der COP-NLR als auch der m-COP-NLR konnten eine bessere prognostische Differenzierung der Kohorte erreichen, als der bereits klinisch etablierte IMDC-Score (C-Index 0,6411). Die sekundären Endpunkte PFS und ORR konnten für beide Scores nicht erreicht werden. Conclusio Der COP-NLR konnte als prognostischer Parameter auch im Zeitalter der Immuntherapie bestätigt werden und zeigte in dieser Kohorte eine bessere Modellgüte als der bisher etablierte IMDC-Score. Eine Erweiterung des Scores um das CRP (m-COP-NLR) konnte weiters eine Verbesserung des prognostischen Wertes erreichen. Der m-COP-NLR stellt somit einen potenziellen neuen und einfachen prognostischen Biomarker bei Patient*innen mit Nierenzellkarzinom unter palliativer Immuntherapie dar.
Date of Award2024
Original languageGerman (Austria)
Awarding Institution
  • Medical University Graz
SupervisorMartin Pichler (Supervisor) & Dominik Andreas Barth (Co-supervisor)

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