Diese Arbeit befasst sich mit der Evaluierung im Internet angebotener Information über Brustaugmentation. In den USA benutzen jährlich bereits 60 Millionen Menschen das Internet, um sich medizinisch zu informieren. In England haben bereits 18,3 von 26,1 Millionen Haushalten Internetzugang. Die Brustvergrößerung war mit 311.957 durchgeführten Operationen, die am häufigsten durchgeführte kosmetische Operation in den USA im Jahr 2009. Desweiteren geben 41% der Patientinnen an, vor primärer Brustaugmentation, „Google“ als erste Informationsquelle genutzt zu haben. Ziel dieser Studie war es, die im Internet angebotene Information über Brustaugmentation auf ihre Vollständigkeit hin zu evaluieren. Dazu haben wir die derzeit meistgenützte Suchmaschine „Google“ verwendet, um das Suchverhalten von medizinischen Lai_innen zu simulieren. Die jeweils ersten 500 Treffer für die Suchbegriffe „breastaugmenation“ und „breastenlargement“ wurden näher untersucht. Zunächst wurde evaluiert, wer Anbieter/in der jeweiligen Information war. Weiters wurde die Qualität der präsentierten Information erhoben. Dazu orientierten wir uns an einem gängigen deutschsprachigen Aufklärungsbogen und die Vollständigkeit der Informationen zu operativem Zugang, Lokalisation des Implantatlagers, Art der Implantate, Verhaltensmaßregeln für die postoperative Phase beziehungsweise Nachbehandlung und mögliche Komplikationen wurde überprüft und als Maßstab für die Qualität der Seite herangezogen. Von den 1000 Treffern konnten 460 zur weiteren Evaluation herangezogen werden. Nur 53% der Seiten gaben eine der wichtigsten Komplikationen, die Kapselfibrose an. Auch andere wichtige Komplikationen, wie unteranderem die Ruptur (46%), die Infektion (43%), sowie mögliche Laktationsprobleme wurden unterschlagen. Durchschnittlich wurden etwa 50% der möglichen chirurgischen Zugänge angegeben, Im Durchschnitt erwähnten mehr als 20% der Seiten nicht, dass es zumindest zwei verschiedene Möglichkeiten gibt, das Implantat zu positionieren. Über 15% der Seiten ließen die Tatsache, dass es sowohl Silikon- als auch Kochsalzimplantate gibt unerwähnt und 46,3% gaben dem/der Besucher_in keinerlei Information über die verschiedenen Formen von Implantaten. Durchschnittlich gaben knapp 60% der Webseiten nicht an, dass es zwei verschiedene Implantatoberflächen gibt und dass es neben Silikon und Kochsalz Implantaten auch Alternativen gibt, gaben lediglich 13% an. Vollständige Informationen zur Nachbehandlung wurden auf durchschnittlich 28 % der untersuchten Internetseiten angegeben. Sowohl unsere Ergebnisse als auch die anderer Studien zeigen, dass im Internet angebotene Informationen zu medizinischen Themen oft unvollständig und einseitig sind. Da sich jedoch einerseits immer mehr Menschen über das Internet über medizinische Fragen informieren und immer mehr Ärzt_innen das Internet als Marketingwerkzeug nützen und auch besonderes Vertrauen genießen, ist es legitim, einen Diskussionsprozess zur Qualität von ärztlicher Information im Internet anzudenken.
| Date of Award | 2011 |
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| Original language | German (Austria) |
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| Supervisor | Horst Koch (Supervisor) |
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Evaluierung im Internet angebotener Information über Brustaugmentation
Ambrozy, P. (Author). 2011
Student thesis: Diploma thesis