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Herzenssache: Geschlechterspezifische Unterschiede in der Versorgung von ACS Patient*innen.

  • Viktor Seppi Bhalla

Studienabschlussarbeit: Diplomarbeit

Abstract

Hintergrund: Herz-Kreislauferkrankungen stellen die häufigste Todesursache in Österreich dar. Dabei verstarben im Jahr 2024 3.895 Menschen an einem akuten Myokardinfarkt, wobei Männer 2,4-mal häufiger betroffen waren als Frauen. Derartige Geschlechtsdiskrepanzen gibt es laut einigen Studien auch in der ACS Symptomatik. Ziel der Diplomarbeit ist es, Unterschiede in der klassischen ACS Symptomkonstellation aus thorakalem Schmerz/Engegefühl mit Ausstrahlung in Schulter, Arm, Kiefer oder Oberbauch zwischen Männern und Frauen zu analysieren. Zudem wird die oben genannte ACS-Symptomatik zwischen Diabetiker*innen und Nicht-Diabetiker*innen verglichen und die door-to-balloon-time bei ACS-Patient*innen in Abhängigkeit des Geschlechts der*des erstbehandelnden Ärztin*Arztes untersucht. Methoden: Für die retrospektive Studie wurden 770 Patient*innen analysiert, die im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.12.2024 im LKH-Universitätsklinikum Graz eine interventionelle kardiologische Behandlung aufgrund eines akuten Koronarsyndroms erhielten. Die Daten stammten aus dem Krankenhausinformationssystem der KAGes (openMEDOCS), wobei die dokumentierten Symptome in acht Symptomgruppen eingeteilt wurden. Für die statistische Analyse kamen neben dem Chi-Quadrat-Test und dem McNemar-Test auch deskriptive Analysen und der Mann-Whitney-U-Test zum Einsatz. Ergebnisse: Die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern in Bezug auf die klassische ACS Symptomkonstellation aus thorakalem Schmerz/Engegefühl mit Ausstrahlung in Schulter, Arm, Kiefer oder Oberbauch ergab mittels des alterskorrigierten McNemar-Tests einen p-Wert von 0,061. Beim Vergleich der klassischen ACS-Symptomatik zwischen Diabetiker*innen und Nicht-Diabetiker*innen lieferte die alterskorrigierte Analyse mittels McNemar-Tests einen p-Wert von 0,013. Neben der ACS-Symptomatik untersuchte die Diplomarbeit Unterschiede in der door-to-balloon-time bei ACS-Patient*innen in Abhängigkeit des Geschlechts der*des erstbehandelnden Ärztin*Arztes. Die diesbezügliche Signifikanztestung ergab vor der Sensitivitätsanalyse bei weiblichen ACS-Patient*innen einen p-Wert von 0,644 und beim männlichen Pendant einen p-Wert von 0,827. Nach der Sensitivitätstestung zeigte die Signifikanztestung einen p-Wert von 0,644 bei ACS-Patientinnen und einen p-Wert von 0,931 bei ACS-Patienten. Schlussfolgerungen: Die ACS-Symptomatik zwischen Männern und Frauen zeigte keine signifikante Diskrepanz. Dennoch gibt es mit einem p-Wert von 0,061 eine Tendenz für eine Geschlechtsdiskrepanz im Sinne eines häufigeren Auftretens der klassischen ACS-Symptomatik bei Patientinnen. Dies sollte durch weitere Studien untersucht werden. Im Unterschied dazu hatte die Mehrheit der Diabetiker*innen keine klassische ACS-Symptomatik, weshalb Ärzt*innen angehalten werden, trotz fehlender typischer AP-Symptomatik das ACS als Differentialdiagnose in Betracht zu ziehen. Des Weiteren veranschaulicht die retrospektive Studie mittels der Analyse der door-to-balloon-time, dass die Behandlung von ACS-Patient*innen im LKH-Universitätsklinikum Graz unabhängig vom ärztlichen Geschlecht erfolgt.
Datum der Bewilligung2026
OriginalspracheDeutsch (Österreich)
Gradverleihende Hochschule
  • Medizinische Universität Graz
Betreuer/-inDirk von Lewinski (Betreuer*in) & Markus Wallner (Mitbetreuer*in)

Dieses zitieren

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